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Hat Straße Vorrang vor der Schiene?

Bahnverbände haben den Verdacht, dass sie gegenüber der Lkw-Lobby auch in Zukunft benachteiligt werden.

DOROTHEE TOREBKO |

Als die Deutsche Bahn unlängst ihre Jahresbilanz 2017 vorlegte, prangte da ein dickes Minus. DB Cargo, die Schienengüterverkehrs-Tochter, ist das Sorgenkind. Dabei gelten Züge als besonders umweltfreundlich. Statt auf die Schiene setzt die Bundesregierung auch in Zukunft auf die Straße – so lassen es die Aussagen von Verkehrsminister Andreas Scheuer vermuten. Er verkündete, dass Elektro-Lkw ab kommendem Jahr keine Maut mehr zahlen müssen. Bahn-Verbände kritisieren: Ist die Straße privilegierter als die Schiene?

„Wir sind nun einmal ein Auto-Land“, stellt der Präsident des Verbandes der Bahnindustrie (VDB) Volker Schenk fest. „Ich würde mir manchmal mehr Fairness gegenüber uns wünschen. Wenn man sieht, wie viel Energie etwa bei der Produktion von Batterien für Elektroautos verwendet wird – da wird viel Augenwischerei betrieben“, sagt Schenk. „Es gibt nichts Umweltfreundlicheres als die Schiene.“

Es gehe nicht darum, in Konkurrenz zur Straße zu gehen. „Wir müssen den Schienengüterverkehr aber innovativer und leiser machen“, sagt Hauptgeschäftsführer Ben Möbius. Erst dann könne man attraktiv sein – so attraktiv wie Lkws. Tatsächlich will die Bundesregierung mit der angekündigten Trassenpreissenkung mehr Güterzüge auf die Schiene bringen.

„Es ist schon erstaunlich, dass Herr Scheuer die Maut für Elektro-Lkw abschaffen kann. Das zeigt, welch‘ geringen Stellenwert die Schiene hat“, kritisiert Philipp Kosok vom ökologisch ausgerichteten Verkehrsclub Deutschland. „Die Autolobby hat viel mehr Selbstbewusstsein als die Bahnindustrie. Solange das so ist und der Schienenverkehr durch hohe Abgaben belastet wird, glaube ich nicht an das große Wachstum der Schiene“, meint Kosok.

So schwarzmalerisch sieht es der Verband der Bahnindustrie nicht. Im Gegenteil. „Der Koalitionsvertrag kann zum großen Wurf für die Schiene werden“, sagt Schenk. Die Frage ist, wie gut sich die Bahnlobby im Mobilitätskampf durchsetzen kann.

Dorothee Torebko

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