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Bahn findet kein neues Zuhause für 5000 Eidechsen

Neuer Ärger bei S21: Die Bahn muss 5000 Mauereidechsen umsiedeln. Doch alle Flächen sind schon besetzt – von anderen Echsen.

MELISSA SEITZ |

Diese „Wohnungssuche“ rund um Untertürkheim gestaltet sich schwieriger als gedacht: Mehrere tausend Mauereidechsen brauchen ein neues Zuhause. Im Moment stehen sie auf der Straße – oder besser gesagt auf den Schienen. Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 laufen auf Hochtouren. Doch dort, wo der künftige Abstellbahnhof in Untertürkheim entstehen soll, passiert nichts. Von Bagger, Lastwagen und Co. keine Spur. Grund dafür sind geänderte verkehrliche Anforderungen – aber auch die 5000 kleinen Reptilien, die auf der Fläche rund um den Güterbahnhof ihr Unwesen treiben.

Schon in Wendlingen (Landkreis Esslingen) mussten circa 250 Zauneidechsen an der Baustelle des Albvorlandtunnels eingesammelt und an anderer Stelle wieder ausgesetzt werden. Laut der Deutschen Bahn hat sich der Beginn der Baumaßnahmen damals um 18 Monate verzögert. Ihr neues Zuhause haben die Eidechsen jetzt auf einem Feld zehn  Kilometer entfernt von der Wendlinger Baustelle gefunden. Die Reptilien sind zufrieden – und die Tierschützer auch.

200 Ausweichflächen geprüft

So ein Glück haben die 5000 Eidechsen in Untertürkheim nicht. Da es sich bei den Tieren um eine spezielle genetische Mischung handelt, müssen sie innerhalb der „Gebietskulisse“ Stuttgart bleiben, also in der Stadt oder in den angrenzenden Gebieten. Die Auswahl an potenziellen neuen „Wohnungen“ ist theoretisch groß, insgesamt 200 Flächen hat die Deutsche Bahn überprüft. Das Fazit: ernüchternd. Ein neues Eidechsen-Zuhause ist nicht dabei, denn in vielen Flächen innerhalb der Gebietskulisse leben bereits andere Eidechsen, zum Beispiel Zauneidechsen. Also kein Platz für die Mauereidechse aus Untertürkheim, zu groß ist die Angst der Naturschützer vor Artenvermischung.

Die Zukunft der Reptilien sieht schlecht aus: „Für die Umsiedlung aller Tiere  sehen wir derzeit keine Perspektive“, sagt S21-Projektsprecher Jörg Hamann. Was jetzt mit den Eidechsen passiert, werde das Projekt-Team mit den zuständigen Landesumweltbehörden besprechen. Klar ist, eine Lösung für den Artenschutzkonflikt muss her. Wird keine Ausweichfläche gefunden, könnte es für die Tiere ungemütlich werden: Es werde weitere Umsiedlungen direkt auf dem Gelände in Untertürkheim geben, sagt Hamann. Also genau da, wo der Abstellbahnhof entstehen soll. Und dann wird gebaut  – egal, ob mit oder ohne Eidechsen. Melissa Seitz

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