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Mut zum Materialmix

Die Designmesse steht bevor. Drei Tage lang dreht sich in der Liederhalle alles ums Wohnen, Kleiden und Schenken.

CAROLINE HOLOWIECKI |

Das Wochenende in der Landeshauptstadt wird wieder elegant, unkonventionell und apart. Von Freitag bis Sonntag wird zum 26. Mal die internationale Designmesse Blickfang in der Liederhalle am Berliner Platz ausgerichtet. Im Schnitt 20 000 Besucher informieren sich hier Jahr für Jahr über die neuesten Trends in Sachen Wohnen, Mode und Schmuck. Sonderschauen widmen sich diesmal den Themen Österreich, Küche und Männersachen. Von den rund 250 Ausstellern, die stets eine Fachjury auswählt, ist etwa die Hälfte neu dabei, erklärt Sprecherin Johanna Wittmaack. Nicht wenige kommen aus der Region. Was die meisten eint, ist der Mut zum Materialmix. Eine Auswahl an außergewöhnlichen Ideen.

Keramik Die Stuttgarterin Hannah Zenger zog im vergangenen Jahr auf der Förderfläche „Blickfang Locals“ die Blicke auf sich und erhielt von der Designjury eine „Special Mention“, also eine lobende Erwähnung. Das hat sie bestärkt, in diesem Jahr mit einem eigenen Stand zurückzukehren. Für ihre Keramiken mahlt sie Steine, die sie überall auf der Erde findet, und mischt dieses „Pulver“ – so der Titel der aktuellen Serie – mit Porzellan. „Das zeugt von hoher Handwerkskunst“, stellt Johanna Wittmaack fest. Dabei entstünden feine, poetische Arbeiten in sanften Farben, die etwas von Urlaubssouvenirs hätten.

Mode Hannah Zenger teilt sich den Blickfang-Stand und auch das Atelier mit Sarah Wendler. Unter dem Namen „editru“ – eine Abkürzung aus Edith und Trude, den Namen ihrer beiden Omas – stellt Wendler Kleidung her, und zwar komplett. Sie kauft verschiedene Natur-Garne und Pigmente ein, färbt, wäscht und verarbeitet alles von Hand zu Stoffen, aus denen dann wiederum  Modekollektionen entstehen. Dementsprechend ist das Herzstück des „editru“-Showrooms im Stuttgarter Westen eine große Strickmaschine. Woher sie das kann? Sarah Wendler ist gelernte Schneidermeisterin und studierte Textildesignerin.

Schmuck Auch Marlen Albrecht hat ihre Kunst von der Pike auf gelernt. Im vergangenen Jahr machte sie ihren Abschluss an der Hochschule in Pforzheim, in ihrem Atelier in Möglingen stellt sie seither unter dem Namen „Goldmarlen“ ihren eigenen Schmuck her. Dabei werden ungewöhnliche Materialien vermischt: Edelmetalle, etwa feine Silberdrähte, Perlen sowie Kunststoffe wie Plexiglas. Auch handwerkliche und digitale Techniken vereint sie. „State ot the Art“ findet Sprecherin Johanna Wittmaack diese Herangehensweise. Die Kreationen haben das Blickfang-Team derart überzeugt, dass sie in die internationale Werbekampagne für die Messen aufgenommen wurden.

Möbel Die Berliner Designerin Anastasiya Koshcheeva hat 2017 auf der Blickfang in Wien ihre Kreationen gezeigt, nun kommt sie erstmals zu einer deutschen Ausstellung. Das Material, das sie verarbeitet, ist in ihrer Heimat Sibirien gang und gäbe: Birkenrinde. Daraus stellt sie Gefäße her, die durch ihre wasserabsorbierende und antiseptische Eigenschaft in Sibirien traditionell zur Lagerung von Lebensmitteln benutzt werden. Anastasiya Koshcheeva fertigt daraus auch Leuchten und Sitzmöbel. Letztere sind laut Johanna Wittmaack nicht nur langlebig, sondern wegen der lederartigen Struktur auch durchaus bequem. Zudem unterstützt die Designerin Werkstätten in ihrer Heimat, damit die Tradition nicht ausstirbt.

Info Die Messe Blickfang findet in der Liederhalle am Berliner Platz statt. Sie ist am Freitag von 12 bis 21 Uhr, am Samstag von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Tagestickets für Erwachsene kosten 12,50 Euro. Weitere Informationen findet man online über: www.blickfang.com

Infokasten

Nachahmer Die Blickfang war die nach eigenen Angaben erste, mittlerweile gibt es in und um Stuttgart mehrere kleine und große Designmessen. Der Lifestyle-Markt „Deine eigenART“ am 14. April im Wizemann legt einen Fokus auf Mode, während sich „Minikri“ am 5. Mai an gleicher Stelle auf  „schöne Baby- und Kinderdinge“ konzentriert. „Tisch und Tafel – Die Messe für Genuss und Wohnkultur“ ist Ende April in der Alten Kelter in Fellbach. Zur Stilwild kommen am ersten Mai-Wochenende  mehr als 100 Aussteller nach Tübingen (Hepper-Halle). „Made in Stuggi“ wird Mitte Oktober eine Neuauflage im Römerkastell finden. Ebenfalls im Oktober ist in der Ludwigsburger Musikhalle der „Handmade Love Design & Handmademarkt“. car

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Nachahmer Die Blickfang war die nach eigenen Angaben erste, mittlerweile gibt es in und um Stuttgart mehrere kleine und große Designmessen. Der Lifestyle-Markt „Deine eigenART“ am 14. April im Wizemann legt einen Fokus auf Mode, während sich „Minikri“ am 5. Mai an gleicher Stelle auf  „schöne Baby- und Kinderdinge“ konzentriert. „Tisch und Tafel – Die Messe für Genuss und Wohnkultur“ ist Ende April in der Alten Kelter in Fellbach. Zur Stilwild kommen am ersten Mai-Wochenende  mehr als 100 Aussteller nach Tübingen (Hepper-Halle). „Made in Stuggi“ wird Mitte Oktober eine Neuauflage im Römerkastell finden. Ebenfalls im Oktober ist in der Ludwigsburger Musikhalle der „Handmade Love Design & Handmademarkt“. car

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