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Teva: Grundsteinlegung für neues Biotech-Zentrum

Der Arzneimittelhersteller Teva setzt mit der Grundsteinlegung für das neue Biotech-Zentrum ein Zeichen für den Standort im Donautal.

JULIA KLING |

Nicht weniger als ein Meilenstein soll das neue Projekt Genesis werden, wie der Teva-Deutschlandchef Christoph Stoller gestern bei der Grundsteinlegung am Standort im Donautal sagte. „Das ist der Anfang eines neues Kapitels.“ Die entstehende Drehscheibe der Biotechnologie sei wichtig, gerade für ein Hochlohnland wie Deutschland. „Auch, um den Standort in Zukunft zu sichern.“

Rund 500 Millionen investiert der israelische Pharmakonzern in das neue Biotech-Zentrum auf dem Werksgelände. „Das ist mit die größte Teva-Investition“, sagte Biotech-Chef Hermann Allgaier. Mehr als die Hälfte der Investitionssumme sei für das Innenleben des Gebäudes mit Bioreaktoren und Reinräumen veranschlagt. Dort soll spätestens ab 2020 etwa mit der Reinigung von Proteinen und Kultivierung der Zellen im Rahmen der Herstellung von „komplexen biotechnologischen Wirkstoffen“ begonnen werden. Die Bioreaktoren aus Edelstahl haben, wie Allgaier erklärt, ein Fassungsvermögen von bis zu 15 000 Litern.

Fertigstellung 2019

Zwei Jahre soll der Bau des bis zu 37 Meter hohen Gebäudes mit insgesamt neun Geschossen dauern. Bis zum Produktionsbeginn dauert es voraussichtlich bis 2020, prognostiziert Stoller. „Dann können wir mit der Herstellung starten.“ Momentan arbeiten bereits 50 Beschäftigte an der Planung und Vorbereitung. Bis 2020 sollen 250 weitere Mitarbeiter folgen. Mit Fachkräftemangel habe der Pharmakonzern, der Anfang des Jahres ein Sparprogramm in der Generikasparte mit bis zu 100 Stellenstreichungen am Ulmer Standort verkündete, bislang hier noch nicht zu kämpfen, sagte Allgaier. „Es dauert zwar länger, aber bislang konnten wir alle Stellen adäquat besetzen.“

Einen Quantensprung nannte Oberbürgermeister Gunter Czisch das millionenschwere Projekt. „Teva hat einen harten Wettbewerb hinter sich“, um so mehr freue er sich, dass mit dem Biotech-Zentrum der Standort aufgewertet werde. „Das Projekt trägt auch maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit des Standorts bei, – auch der der Wissenschaftsstadt.“ Am Ende zähle die Kompetenz der verfügbaren Arbeitskräfte vor Ort, auch wenn die Lohnkosten höher sind als an Standorten im Ausland. „Deshalb ist es für Ulm wichtig, die richtigen Leute zu halten.“ Ulm sei gemeinsam mit Biberach ein führendes Cluster im Bereich Biotech in ganz Europa. „Aber es ist viel unternehmerische Forschung und dringt deshalb nicht nach außen.“

Bahnlinie entwidmet

Bevor die Verantwortlichen den 14 Kilogramm schweren Grundstein in die Fassung legten, versenkten sie im Hohlraum eine Kapsel, die eine Skizze der Anlage, die Namen aller Beteiligten, eine Münze und auch die Baugenehmigung enthielt. „Die haben wir Anfang der Woche erhalten“, sagte Allgaier. „Das war eine konzertierte Aktion“, berichtete Czisch. Für die Genehmigung musste eine hinter dem Grundstück der Teva verlaufende stillgelegte Bahnlinie entwidmet werden, um die Fläche zu genehmigen. Glücklicherweise im Einvernehmen mit den anliegenden Firmen.

Für die nahe Zukunft sieht Christoph Stoller den Standort gut aufgestellt. „Für 2018 erwarten wir ein starkes Volumenwachstum. Zudem haben wir offene Stellen zu besetzen.“ Vor allem mit dem deutschen Markt zeigt sich Stoller sehr zufrieden. „Wir fühlen uns gut aufgestellt.“ Die Arbeit scheint dem Interimschef zu gefallen. „Ich fühle mich sehr wohl und habe im Sinn, hier zu bleiben.“

Erwartungen erfüllen

Quantensprung, Leuchtturm und Meilenstein. Das waren die Schlagworte die bei den gestrigen Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung für das neue Biotech-Zentrum des Pharmakonzerns Teva fielen. Sicherlich, für den Standort im Donautal kann das Genesis-Projekt zum Standortgaranten werden. Rund 500 Millionen Euro investiert der israelische Konzern in das zukunftsträchtige Forschungs- und Produktionszentrum für biotechnologische Wirkstoffe. Einzigartig in dieser Größenordung in Ulm und auch bei Teva. Zudem sollen in den kommenden Jahren für das Genesis-Projekt 250 neue Stellen geschaffen werden, 50 Mitarbeiter sind bereits in diesem Bereich tätig.

Das zukunftsorientierte und auf Innovation ausgelegte Projekt lässt aber nicht vergessen, dass erst Anfang des Jahres die dritte Personalabbau-Welle im Unternehmen verkündet wurde, in deren Rahmen rund 100 Mitarbeiter am Standort etwa aus den Bereichen Forschung und Entwicklung ihren Job verloren, da vor allem der Generika-Bereich in den vergangenen Jahren schwächelte.

Für Teva kommt es nun in den kommenden Jahren im Wesentlichen darauf an, das mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachte millionenschwere Genesis-Projekt zum Erfolg zu führen, und damit auch wieder verlorengegangenes Vertrauen wiederzugewinnen.

Bericht Seite 18

Daten und Fakten des Arzneimittelherstellers

Teva Ulm ist Deutschlandsitz von Teva. Der israelische Konzern ist weltweit Marktführer bei Generika. Nach dem Einstieg bei Ratiopharm 2010 beschäftigt Teva in Deutschland 2900 Mitarbeiter, davon 2500 in Ulm und Blaubeuren, 400 am Standort in Berlin. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 58 000 Mitarbeiter. Insgesamt erzielte Teva 2016 einen Umsatz rund 22 Milliarden US-Dollar (knapp 19 Milliarden Euro) und stellte eigenen Angaben zufolge 64 Milliarden Kapseln und Tabletten her.

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