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Banater Schwaben treffen sich in Ulm

Die Banater Schwaben feierten an Pfingsten ihren 22. Heimattag in Ulm: ein heiteres Treffen mit politischer Botschaft.

FRANK KÖNIG, ... |

Es war der Hingucker des samstäglichen Stadtbummels: Frauen und Männer, Jugendliche und Ältere, tanzten in farbenprächtigen Trachten in der Fußgängerzone und auf Plätzen der Altstadt. Die Banater Schwaben trafen sich an Pfingsten zum 22. Mal in Ulm, um ihren Heimattag zu feiern. Tausende Teilnehmer kamen nicht nur aus Rumänien, sondern aus allen Teilen Deutschlands, aus vielen Ländern Europas und sogar aus Übersee: aus Brasilien und Argentinien. Die Auftritte in der Ulmer Innenstadt waren der öffentlichkeitswirksame Teil des Treffens, das am Sonntag in der Donauhalle fortgesetzt wurde.

Was es heißt, Banater Schwabe zu sein, fasste der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Peter-Dietmar Leber, beim Empfang im Rathaus so zusammen: „Bewährtes ehren, pflegen und weitergeben. Und offen sein für Neues.“ Die Traditionen der Donauschwaben haben auch für junge Generationen Bedeutung. Die Landsmannschaft komme gern nach Ulm, die Stadt sei „der Gedächtnisort der Banater“ geworden, sagte Leber und verwies unter anderem auf das Donauschwäbische Zentralmuseum.

Um Gedenken ging es auch am Auswandererdenkmal am Donauschwabenufer, wo die Banater Schwaben zusammen mit OB Gunter Czisch einen Kranz niederlegten. Die Heimatverbundenheit sei ein wichtiges Element der eigenen Identität, hatte Czisch zuvor beim Empfang im Rathaus gesagt. Seine Wurzeln zu kennen, sei gerade in einer vielfältiger und bunter werdenden Gesellschaft bedeutend für ein gutes Zusammenleben. „Wer um seine eigene Geschichte weiß, kann andere besser verstehen.“

Toleranz, Offenheit, Respekt und Achtung seien unabdingbar für ein gutes Miteinander, sagte der OB, der sich ausdrücklich gegen „Völkisches und Nationalistisches“ auch und gerade in den Ländern an der Donau aussprach. Jeder einzelne müsse seinen Beitrag leisten für ein gutes Zusammenleben. Es gehe darum, für „Frieden und Freiheit in Europa“ einzutreten, sagte das Stadtoberhaupt auch bei der Hauptkundgebung am Sonntag in der Donauhalle – und machte schon mal Werbung für das 11. Donaufest.

Zum Wohlstand beigetragen

Justiz- und Europaminister Guido Wolf wies darauf hin, dass die im 17. und 18. Jahrhundert mit Ulmer Schachteln ausgewanderten Banater Schwaben nach dem Zweiten Weltkrieg Vertreibung, Flucht und Enteignung erdulden mussten. Nach ihrer Rückkehr aus Osteuropa hätten sie gleichwohl maßgeblich zum Wohlstand in Deutschland beigetragen. Als der eiserne Vorhang fiel, konnten sie schließlich die alte Heimat wieder besuchen und mit den Boden für das gute Verhältnis zu Rumänien bereiten. Auch die Donaustrategie ziele in diese Richtung: Es gehe darum, den gemeinsamen Wirtschafts- und Kultur- raum zu stärken, sagte der Minister. Der Fluss diene dabei als  „verbindendes Band“. Auch Wolf forderte die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards in den Partnerländern. Er nannte Europa ein Friedensprojekt: „Sieben Jahrzehnte in Frieden ist der entscheidende Impuls, für den es sich zu kämpfen lohnt.“ Wolf stellte fest, dass der Begriff Heimat eine Renaissance erlebt, aber modern interpretiert werden müsse: als Basis für Selbstvertrauen, das auch mit Migration zurechtkomme.

Banat mit Brückenfunktion

Auch der rumänische Staatssekretär Sergiu Nistor würdigte das Engagement der Banater Schwaben in der früheren Heimat. Er verlieh dem Bundesvorsitzenden Leber in der vollbesetzten Donauhalle im Namen von Staatspräsident Klaus Johannis den rumänischen „Nationalen Orden für treue Dienste“. Der deutsche Konsul in Temeswar, Ralf Krautkrämer, berichtete, die kulturelle Identität der Banater Schwaben sei weiterhin erhalten: „Das Banat hatte stets Brückenfunktion für interkulturelle Kompetenz.“

An die Kundgebung schloss sich eine Messe mit Erzbischof em. Robert Zollitsch an, der selber donauschwäbische Wurzeln hat. Danach traf man sich in den Messehallen an vorbereiteten Tischen mit Ortsschildern wie: Albrechtsflor, Billed, Gertianosch, Lugosch oder Sanktanna. Etliche der Teilnehmer, die Leber am Sonntag mit mehr als 4000 bezifferte, trugen gerahmte Fotos der alten Ortskirchen bei sich.

Ulmer reisen nach Temeswar

Patenschaft Ulm ist nicht nur alle zwei Jahre Schauplatz der Heimattage der Banater Schwaben, Ulm hat vor 20 Jahren eine Patenschaftserklärung für sie unterschrieben und ist der Landsmannschaft daher eng verbunden. Schon im September steht ein Besuch im Banat an. Eine Delegation der Paten, darunter OB Czisch, reist nach Temeswar (Timisoara) in Rumänien. Temeswar wird 2021 europäische Kulturhauptstadt. Eine Ausstellung im Ulmer Messefoyer zeigte: Temeswar erinnert 2018 auch an  300 Jahre Ausbau nach Befreiung von den Türken.

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