undefined Function "box_swo_paywall_counter".

Richtiger Schnitt für jedes Material

Schon oft totgesagt entwickelt sich das Unternehmen prächtig. Seit dem 1. Januar operieren die Geschäftsführung und der Vertrieb ausschließlich aus Mehrstetten.

JÜRGEN KÜHNEMUND |

Nachdem die einstige assyst bullmer 2009 Insolvenz angemeldet hatte, hatten schon viele das komplette Aus für das Unternehmen im Mehrstetter Industriegebiet neben der B 465 gesehen. Das Unternehmen wurde aufgeteilt. Assyst ging an Human Solution in Kaiserslautern, bei Bullmer stieg der chinesische Investor Jack Sewing Maschinery ein. So manche Auguren sahen sich bestätigt, dass in Mehrstetten bald die Lichter ausgehen würden, zumal für den asiatischen Markt bullmer China gegründet wurde.

Die zwei eigenständigen Firmen, bullmer China und bullmer Deutschland, entwickelten sich aber prächtig. Spätestens seit 2013 nahm auch bullmer Deutschland volle Fahrt auf. „Wir haben seither eine jährliche Steigerung bei Umsatz und Gewinn von 25 Prozent“, führt Geschäftsführer Marc Hasler aus, der diese Position seit dem 1. Januar 2013 innehat.

Zum Jahresanfang wurden nun beide Unternehmen wieder zusammengeführt. Die zentrale Leitung und der Vertrieb erfolgen aber nicht von China aus, das Unternehmen wird aus dem kleinen Mehrstetten gesteuert. Hasler übernahm zum 1. Januar die Gesamtverantwortung für die bullmer „Cutting Division“ weltweit, die weltweite Vertriebsleitung liegt in den Händen von Jochen Cramer.

Und die Zahlen, die Hasler vorlegt, sprechen für sich. Lag der Umsatz in 2009  bei etwa fünf Millionen Euro sind es Ende 2017 rund 70 Millionen Euro. Die Gruppe ist seit Januar 2017 auch in Shanghai börsennotiert.

Ähnlich wie der Umsatz entwickelte sich auch die Zahl der Mitarbeiter bei bullmer in Mehrstetten nach oben. 75 Mitarbeiter waren es im Jahr 2009, heute sind es 160, die in Mehrstetten ihr Brot verdienen –  Tendenz steigend. Erst zum Jahresanfang hat bullmer sieben neue Mitarbeiter einstellt. Zusammen mit den Angestellten in China beschäftigt bullmer so weltweit 410 Personen. Das Unternehmen bildet auch seit vielen Jahren aus, „doch auch hier macht sich der Fachkräftemangel auf dem Land deutlich bemerkbar“, sagt Marc Hasler. Das Einzugsgebiet liege zwar zwischen Ulm, Ehingen und Reutlingen, „doch die Alb reizt nicht jeden“, führt der gebürtige Schweizer weiter aus. Er ist zwar längst heimisch geworden, sein Lebensplan hatte aber zunächst auch einmal ganz anders ausgesehen.

Auch das Geschäftsfeld von bullmer hat sich längst verändert. Nach wie vor ist die Textilindustrie bullmers größter Markt.  Mittlerweile ist bullmer aber einer der führenden Hersteller von Produktionsstraßen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, um nicht zu sagen der führende Hersteller, aber auch der Metzinger Modekonzern Hugo Boss gehört zu den Kunden, ebenso wie die Lederindustrie, und namhafte Polstermöbler wie Koinor oder W. Schillig gehören zur Kundschaft. „Wir haben für jedes Material die richtige Schnittlösung“, ist sich der Geschäftsführer sicher.  Seit einigen Jahren spielen auch die Märkte für die grafische Industrie eine bedeutende Rolle, sagt Hasler. „Wir sind nicht das Unternehmen mit dem größten Umsatz, aber weltweit das führende Unternehmen mit dem größten Produktportfolio für Zuschnittproduktionen“ – automatisches Lagensystem, automatische Zuführung und automatischer Zuschnitt bis hin zum automatischen Absortieren.

Seit 2009 gebe es zahlreiche Neuentwicklungen im Bereich der Einzellagencutter. Bullmer ist auch das erste Unternehmen, das eine Kompaktlösung für einen fünf Meter breiten Zuschnitt entworfen hat. Der werde beispielsweise in der grafischen Industrie verwendet, wo Stoffbahnen und Textilien bedruckt werden. Dazu komme der Sondermaschinenbau, wie beispielsweise bei Premium AEROTEC in Augsburg, einer der weltweit führenden Zulieferer in der Luftfahrtindustrie.

20 Prozent seines Umsatzes  mache das Unternehmen im Inland, der Gros des Umsatzes werde freilich im Ausland getätigt, so Hasler. Dazu ist bullmer auch in jedem Jahr auf 15 bis 20 Messen weltweit unterwegs und hat auch 2017 in Italien eine eigene Niederlassung gegründet.

Nichtsdestotrotz stehe für 2018 die Entwicklung in Mehrstetten im Fokus. Dabei bereitet das Fachpersonal dem 40-jährigen Geschäftsführer aber einiges an Kopfzerbrechen. Angedacht ist daher für Mitte 2018 auch die Einrichtung eines Entwicklungszentrums im Stuttgarter Raum. „Wir müssen in Richtung Unis, dorthin, wo die Leute sind“, führt Hasler weiter aus. Dabei gehe es auch darum zu zeigen, dass bullmer längst nicht mehr nur ein Textiler sei, sondern auch ein führender Anbieter auf den technischen Märkten für die Automobil- und Luftfahrtindustrie, der entsprechend den Bedürfnissen der verschiedensten Kunden spezielle Produktionsstraßen fertigt.

Und Auszeichnungen kann das Unternehmen auch längst vorweisen. So wurde bullmer von Hugo Boss und Prevent in der Vergangenheit als bester Maschinenzulieferer gekürt, 2016 und 2017 gab es für die Mehrstetter den German Brand Award.

Ein dickes Lob zollt Hasler abschließend  dem chinesischen Investor Jack Sewing Maschinery, der zwischenzeitlich auch in China zum größten Nähmaschinenhersteller avancierte. „Da wurde nie auch nur ein Euro herausgezogen“. Mit dem starken Partner im Hintergrund sei es aber gelungen in Mehrstetten aus eigener Kraft voranzukommen. „Den Riesensprung haben wir hier vor Ort geschafft“.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

undefined Function "box_swo_tabellen_get_tabledata_by_leokuerzel".
Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr