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„Wir sind lustige Gesellen“

Die Honderseng’r Stomba-Spreng’r blicken auf eine 20-jährige Geschichte zurück – Anfängliche Vorbehalte sind einer breiten Akzeptanz gewichen.

VON RALF OTT |

Knauzige und lustige Gesellen sind sie in jedem Fall, die Honderseng’r Stomba-Spreng’r – und in diesem Jahr feiert der Narrenverein aus Hundersingen seinen 20. Geburtstag. Die Idee zur Gründung entstand damals im „Club“, dem Treffpunkt vorwiegend für die jüngeren Leute im Ort. „Wir sind zuvor schon regelmäßig als Gäste bei Umzügen mitgelaufen“, erinnert sich Harald Eberhardt, der nach der Gründung dem damaligen Vorsitzenden Gerd Hanne als Vize zur Seite stand und sich später dann bis 2010 selbst als Erster Vorstand um den frischgebackenen Narrenverein gekümmert hat. Das Ansinnen der jungen Leute stieß bei der älteren Generation im Ort allerdings auf Unverständnis und Ablehnung. Tenor: Die Fasnet hat in Hundersingen nichts zu suchen. Auch die alteingesessenen Narrenvereine in der Region wollten zunächst nichts von den Neulingen wissen. „Uns hat sicher geholfen, dass wir als nette Gruppe auftreten.“ Die Vorbehalte sind längst Geschichte. Die Stomba-Spreng’r sind heute fest ins örtliche Geschehen integriert und viele Hundersinger sind obendrein Mitglied in mehreren Vereinen. „Wer bei uns mitmachen will, absolviert zunächst eine zweijährige Probezeit und benötigt dann bei der Mitgliederversammlung zwei Drittel der Stimmen“, erklärt Kassiererin Petra Eberhardt das Aufnahmeverfahren.

Name und Häs gehen zurück auf eine alte Tradition in der Ortschaft im Lautertal mit ihrer waldreichen Gemarkung. So waren dereinst nämlich oft ganze Familien damit beschäftigt, Holz einzuschlagen. Während die Eltern arbeiteten, machten sich die Kinder einen Spaß daraus, über die Holzstumpen der frisch gefällten Bäume zu springen, wie in der Münsinger Ortschronik nachzulesen ist. Daran wollten die Initiatoren anknüpfen. „Das Häs ist an die Waldarbeiterkleidung angelehnt“, erklärt der heutige Vorsitzende Andreas Heideker. Zu brauner Hose und grünem Oberteil tragen die Stomba-Spreng’r schwarze Schuhe und Handschuhe. Die Ärmel sind mit bunten Blättern verziert und am Ledergürtel hängen Tannenzapfen – dazu kommen der obligatorische Stock sowie ein paar Schellen.

Mit den von Hanne entworfenen Skizzen für das Häs gingen die Gründungsmitglieder zu Sylvia Zeiler, unter deren Regie die Ideen umgesetzt wurden. Bis vor drei Jahren hat sie sämtliche Häs für die Stomba-Spreng’r angefertigt. Zudem holten sich die Neunarren Rat und Unterstützung bei Carmen Heideker, die im Vorstand der Narrenfreunde Münzdorf war. Die Masken wiederum wurden von dem Steinhilber Egon Heinzelmann, dessen Sohn Markus mittlerweile in die Fußstapfen des Vaters getreten ist, geschnitzt. „Wir wollten gleich richtig starten“, berichtet Harald Eberhardt. Die ersten Masken wurden individuell nach Wunsch gefertigt, sprich mit nach links oder rechts gerichteter Nase, mit oder ohne Zahnlücke und auch die Augenbrauen fielen unterschiedlich aus. Heute freilich sind die Stomba-Spreng’r mit einheitlichen Masken unterwegs. Die Hüte wiederum liefert ein Fachgeschäft aus Trochtelfingen und die Gürtel bis vor kurzem eine Lederwerkstatt aus Zwiefalten.

Nach der Gründungsversammlung im Juni 1998 nahmen die „Stomba“ in der darauffolgenden Saison erstmals an einem Umzug teil. Doch zuvor galt es noch einen ordentlichen „Stumpen“ aus dem Wald zu besorgen. Der wurde auf einem Wagen mit Lenkrollen montiert, mit Stecken ausgestattet und dann bei den Umzügen im Kreis gedreht. Eine nicht ungefährliche Sache. Es folgte der Wechsel zu einem VW-Golf, der hinter dem Fahrersitz aufgeschnitten und mit einem riesigen Stumpen ausgestattet wurde. Als nächstes Transportmittel kam ein zum Trike umgebautes Motorrad zum Einsatz, bevor die Stomba-Spreng’r den noch heute verwendeten schwarzen Mercedes – das Stomba-Mobil – für ihre Zwecke umrüsteten.

„Hinter all den Aktivitäten steckt sehr viel Arbeit“, sagt Schriftführerin Corinna Bayer-Manz, „aber es gibt auch passive Mitglieder, die uns tatkräftig unterstützen“. Und doch stuft Harald Eberhardt die Fasnet vorbehaltlos als „richtig gute Zeit“ ein. „Die Leute sind gut drauf und man trifft viele Bekannte aller Altersgruppen“, ergänzt seine Frau Petra.

Neben Umzügen und Brauchtumsabenden stehen im Kalender der Stomba-Spreng’r in der Saison regelmäßig der Kindergartenbesuch in Bremelau, die Schülerbefreiung in der Lautertalschule, die Beteiligung an der Absetzung des Münsinger Schultes sowie das „Flädle-Essen“. Es gibt eine Tanzgruppe und seit zwei Jahren die Stomba-Kids.

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Vorstände gab es beim Hundersinger Narrenverein „Honderseng’r Stomba-Spreng’r“ bislang: Gerd Hanne, Harald Eberhardt, Thomas Wörz und den amtierenden Andreas Heideker. rot

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